Ausgabe 10/2023

Sehr geehrte Kollegen,

Fed-Chef Jerome Powell wurde am Dienstag und Mittwoch von US-Kongressmitgliedern im Rahmen seines „testimony“ befragt. Wir haben uns die Mühe gemacht, große Teile der Befragung auf CNBC zu verfolgen, und das war höchst aufschlussreich. Wir haben noch nie erlebt, dass ein Fed-Chef derart aggressiv „gegrillt“ wurde, und zwar von Kongressabgeordneten aus beiden politischen Lagern. Und: Je dümmer die Fragen, um so aggressiver wurden sie vorgetragen. Jerome Powell wirkte insbesondere am zweiten Tag sichtlich genervt und erschöpft. Wir dachten schon, der Mann sei kurz davor „aufzuamseln“. Die Demokratin Elizabeth Warren verstieg sich z.B. in die These, dass Powell mit seiner Zinspolitik die USA unnötig in eine Rezession treibe und er persönlich dafür verantwortlich sei, wenn 2 bis 3 ½ Millionen Amerikanern die Arbeitslosigkeit drohe. Mit Arbeitslosigkeit müssten dann ausgerechnet Arbeitnehmer mit geringem Einkommen rechnen, und die hätten schon jetzt Probleme, ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Powell konnte einem leid tun. Wie soll man in 2 Minuten einer Person volkswirtschaftliche Zusammenhänge erklären, wenn diese keine Ahnung hat und auch nicht gewillt ist dazuzulernen.

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Ausgabe 06/2023

Sehr geehrte Kollegen,

der Goldpreis hat zuletzt gleich „doppelt aufs Dach bekommen“: Zunächst hat die FED die Leitzinsen um 25 Basispunkte erhöht und weitere Zinserhöhungen angekündigt und zusätzlich wurde ein unerwartet positiver Arbeitsmarkt-Report veröffentlicht. Die „nonfarm payrolls“ (neugeschaffene Arbeitsplätze) erhöhten sich im Januar um + 517.000 wobei Analysten nur mit + 187.000 gerechnet hatten. Die offizielle Arbeitslosenrate wurde mit 3,4 % angegeben, der tiefste Stand seit 1969. Angesichts dieser Nachrichten wurde der Anstieg des Goldpreises 40 $ unterhalb des von angegeben Kursziels von 2.000 $/Unze gestoppt. Wir hatten zuvor geschrieben, dass der Goldpreis mit oder ohne Korrektur auf 2.000 $/Unze steigen wird, bevor es zu einer Konsolidierung kommen muss. Immerhin war der Goldpreis seit Anfang November von 1.616 $/Unze um 343 $ auf 1.959 $/Unze gestiegen (+ 21,2 %). Die nun erfolgte Korrektur konnte nicht wirklich überraschen.

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